Unser Kampf neben den Pisten
von Katy Hölzl
Die Weltmeisterschaft im eigenen Land hat begonnen. Während sich die ersten Titelträger in die Ergebnislisten eintragen konnten und stimmungsvoll gefeiert wurden, kämpft das deutsche Team derzeit vor allem jenseits der Pisten. Während man sich in der unmittelbaren Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft vor allem mit der Damenmannschaft mit Maria Riesch, Viktoria Rebensburg, Susanne Riesch, den jungen Nachwuchskräften und meiner Wenigkeit in einer Art Gesamtfavoritenrolle befand, scheinen uns Krankheiten und Verletzungen einen großen Strich durch die vermeintliche Erfolgsrechnung machen zu wollen: Maria hat sich wie Viktoria mit einer Grippe auseinanderzusetzen, Gina Stechert musste nach Sturz und OP die Wettkämpfe für beendet erklären und ich selbst bin jeden Tag dabei, Schritt für Schritt eine muskuläre Problematik im Rückenbereich, die sehr schmerzhaft war, in den Griff zu bekommen. Man kann sich die Dinge im Leben oftmals nicht aussuchen, und dass uns dies allen zu der WM widerfährt, ist schon etwas tragisch.
Aber wir wären keine Leistungssportler, wenn wir uns jetzt aus der Bahn werfen lassen würden; nein, auf allen Ebenen wird nun fieberhaft und akribisch gearbeitet, um Genesung und Rehabilitation zu ermöglichen. Ich selbst habe die Generalprobe für die WM in Zwiesel ausfallen lassen, um zu dem bekannten Muskelspezialisten Dr. Lazik nach Potsdam zu reisen. Die dort eingeleitete Behandlung hatte mir dann endlich wieder etwas Hoffnung gegeben. Noch am gleichen Tag konnte ich wieder schmerzfrei eine Treppe steigen. Nach Hause zurückgekehrt, haben wir mit heimischen und DSV-Therapeuten die Arbeit fortgesetzt, über die Normalpatienten nur ungläubig staunen würden: elektronische und magnetische Verfahren, aber auch die Versorgung der betroffenen Muskelpartien und Gelenken mit Mineralstoffen per Injektionen standen auf dem Programm. Nach diesen Interventionen fühle ich jetzt, dass ich auf einem guten Weg bin. Ich hoffe, am Wochenende wieder auf dem Ski zu stehen. Gott sei Dank, liegen die technischen Bewerbe in der zweiten Woche der WM.
Wie bei mir, arbeiten die Therapeuten auch für meine Mannschaftskolleginnen Tag und Nacht. Die Stimmung ist bei uns im Team trotzdem sehr gut: Jeder Heilungsfortschritt wird intern bejubelt. Neben und auf der Piste werden wir alles geben. Drückt uns hierfür die Daumen!
Viele Grüße
Katy Hölzl
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