Steckbrief
| Geburtsdatum/-ort: | 18.07.1984, Berchtesgaden |
| Anschrift: | Urbanweg 25 A, 83483 Bischofswiesen |
| Verein: | WSV Bischofswiesen |
| Familienstand: | ledig |
| Beruf: | Zollhauptwachtmeisterin |
| Hobbys: | Fußball, Tennis |
| Erfolge: | Riesenslalom Weltmeisterin 2009
WC 2008/09: 3. Platz RS Maribor
Deutsche Meisterin im RS 2009
WC 2007/08: 5 Top Ten Platzierungen
Weltmeisterschaften 2007: 6. Platz RS
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| Stärken: | Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Ehrgeizig, Zielstrebig |
| Schwächen: | launisch, aufbrausend, stur |
| Lieblingsfarbe: | rot |
| Lieblingslied: | Gloria/Nazareth |
| Lieblingsfilm: | Dirty Dancing |
| Lieblingsreiseziel: | Malediven |
| Lebensmotto: | Carpe diem! |
Frage/Redaktion: Du bist jetzt die erste deutsche Riesenslalom Weltmeisterin seit 31? Jahren. Ist der Rummel um deine Person sehr groß geworden?
Katrin Hölzl: Die ersten beiden Tage war der Rummel schon sehr groß, das hat sich aber mit dem Gewinn der Goldmedaille von Maria Riesch wieder ein bisschen gelegt. Natürlich habe ich mit meinem Weltmeistertitel nun mehr Termine, aber privat hat sich für mich nichts verändert.
Frage/Redaktion: Seit vielen Jahren giltst du als großes Talent, hast du in den letzten Jahren etwas an deinem Training verändert?
Katrin Hölzl: Für mich hat sich mit einem Trainerwechsel vor drei Jahren sehr viele verändert. Ich habe mich zu einer sehr trainingsfleißigen Athletin entwickelt, und bin gerade im Ausdauerbereich viel besser geworden. Zudem war ich früher eher unsicher und nicht gerade nervenstark, auch das hat sich verändert. Ich bin selbstsicherer und lockerer geworden. All dies zusammen hat sich sehr positiv auf meine Leistungsfähigkeit ausgewirkt.
Frage/Redaktion: Seit wann fährst du Skirennen, und wer waren deine größten Förderer/Trainer?
Katrin Hölzl: Die ersten Rennen bin ich mit 7 Jahren gefahren. Bis zu meinem 15. Lebensjahr war mein Vater mein Trainer, danach habe ich die verschiedenen Kader des DSV durchlaufen, und wurde von Trainern des Skiverbandes trainiert.
Frage/Redaktion: Welche Rolle spielt deine Familie in deiner sportlichen Karriere?
Katrin Hölzl: Meine Familie ist für mich sehr wichtig, dort finde ich immer die nötige Ruhe und Zuspruch. Da wir sehr viel unterwegs sind, und das Skifahrerleben oft recht stressig ist, ist es gut zu Hause einen Ruhepol zu haben, an dem man sich erholen kann.
Frage/Redaktion: Welchen Weg hast du für ein professionelles Training gewählt, in Bezug auf deinen schulischen/beruflichen Werdegang?
Katrin Hölzl: Mit 10 Jahren bin ich auf die Christopherus Schule (Elite Schule des Wintersports) gewechselt, dort wird die sportliche und schulische Ausbildung für Wintersportler gefördert. Nach meinem Schulabschluss bin ich der Zoll Ski Mannschaft beigetreten, um das Skifahren weiter professionell betreiben zu können. Ich bin also im Moment Angestellte des Zoll, und werde freigestellt für Training und Wettkampf, die Ausbildung würde dann nach meiner Skikarriere folgen. Zurzeit konzentriere ich mich voll auf meinen Sport, und versuche dort immer besser zu werden.
Frage/Redaktion: Wie wichtig schätzt du deine, und die Goldmedaille von Maria Riesch, für den deutschen Alpinsport ein? .
Katrin Hölzl: Im Nachhinein schätze ich diese beiden Medaillen als sehr wichtig für uns Alpinen ein. Es war nach einigen Jahren ohne Medaillen wie ein Befreiungsschlag für das ganze Team. Gerade die Öffentlichkeit und Medien „verlangen“ den Gewinn von Medaillen, und die Berichterstattung nach erfolglosen Titelkämpfen ist oft recht hart. Auch im Verband ist der Stellenwert von Medaillengewinnen sehr hoch, die Förderung unserer Sportart hängt zum großen Teil davon ab. Gerade für die künftige Förderung und Entwicklung sind die Medaillen sehr wichtig. Diese Dinge sind uns als Sportler im Wettkampf nicht in diesem Ausmaß bewusst, wir versuchen unsere Leistung zu bringen, und unsere Ziele zu erreichen. .
Frage/Redaktion: Gab es in den Jahren, in denen du als großes Talent in den Welt-Cup gekommen bist, und es aber nicht so gut lief, Momente in denen du an dir gezweifelt hast? .
Katrin Hölzl: Ja klar, ich habe öfter Europa-Cup Rennen gewonnen, bin dann mit großen Hoffnungen in Welt-Cup Rennen gestartet, und habe meist nicht mal den 2. Durchgang erreicht. Da kommen schon Zweifel an der eigenen Leistung auf. Irgendwie habe ich mich aber doch durchgekämpft, und wurde dann auch mit den ersten Erfolgen im Welt-Cup belohnt, selbst kleinere Erfolge gaben mir dann den nötigen Auftrieb weiterzumachen. Im vergangenen Winter wurde ich dann mit der Goldmedaille belohnt.
Frage/Redaktion: Verspürst du für die kommenden Jahre größere Erfolgserwartung von außen? Wie gehst du damit um? .
Katrin Hölzl: Die Erwartungen von außen sind, zumindest im Moment noch nicht spürbar, vielleicht verändert sich das aber noch im Winter. Persönlich versuche ich mir keinen Druck zu machen.
Frage/Redaktion: Wer ist neben den Trainern noch wichtig für dich? Familie, Techniker, Physio,…..? Hast du ein eigenes Team?
Katrin Hölzl: Meine Familie ist für mich sehr wichtig, gerade um einmal nicht an das Skifahren zu denken, und immer Unterstützung zu bekommen. Ein eigenes Team habe ich nicht, ich werde komplett durch das Team des Deutschen Skiverbandes unterstützt und versorgt. Vor einigen Jahren habe ich im Bereich des Mentaltrainings mehr gearbeitet, heute wende ich diese Techniken immer noch an, gerade in Vorbereitung auf die Rennen.
Frage/Redaktion: Welche Ziele hast du dir für die nächsten Jahre gesetzt?
Katrin Hölzl: Für die kommende Saison sind Podiumsplatzierungen im Riesenslalom und Top 10 Platzierungen im Slalom mein Ziel, eine Olympische Medaille ist ein Traum, dafür muss aber am entscheidenden Tag alles passen.
Langfristig, ist der Gewinn der kleinen Kugel in der Riesenslalomwertung, mein Ziel.
Frage/Redaktion: Wo liegen deine sportlichen Stärken und Schwächen?
Katrin Hölzl: Ich habe eine gute Technik und die erforderlichen körperlichen Voraussetzungen, das würde ich als meinen Stärken bezeichnen. Als Schwäche würde ich mein „Sicherheitsfahren“ sehen, es fällt mir schwer in Rennen von Angang an volles Risiko zu fahren, oft bin ich nach dem ersten Durchgang dadurch weiter hinten platziert, und muss dann im 2. Durchgang alles riskieren um mich zu verbessern. Hier habe ich noch Reserven!